Ausland, Politik

Sudan: Volksabstimmung für die Unabhängigkeit von Südsudan im Januar 2011

Das Unabhängigkeitsreferendum über die Unabhängigkeit des Südsudan wird am 9. Januar abgehalten, so sehen die Bestimmungen des Friedensvertrages von 2005 zwischen der Zentralregierung in Khartum und der separatistischen SudanesischenVolksbefreiungsbewegung (SPLM/A) vor. Der Präsident Sudans, al-Baschir (1993 Staatspräsident, seit dem 4. März 2009 besteht ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichthofes IStGH aufgrund des Vorwurfs des Völkermordes), hatte im Vorfeld angekündigt, das Ergebnis der Volksbefragung anerkennen zu wollen, was westliche Beobachter aber bezweifeln, da bedeutende Ölvorkommen auf dem Gebiet des Südsudan liegen.

Diese Einschätzung scheinen auch die Verantwortlichen in Südsudan zu teilen. Im Zuge der Wikileaks-Enthüllungen belegen den Fall des Frachters “Faina” aus 2008, welches 32 Panzer geladen hatte. Die Ukraine gab damals an, diese Panzer seien für Kenia gewesen, nun kommt doch heraus, die Lieferung war für Südsudan bestimmt. Hierbei nahm die US-Administration einen Schwenk vor, während Präsident Bush die Unabhängigkeit des Südsudan unterstützte, untersagte Präsident Obama den Waffendeal. Wo die Panzer sich inzwischen befinden, ist unklar, gut möglich dass sie schon im Südsudan stehen. Der Waffendeal verweist aber darauf, dass die Verantwortlichen im Südsudan sich auf heftige Konfrontationen vorbereiten.

Das Referendum über die Unabhängigkeit des Südsudan wird am 9. Januar stattfinden, die Wählerregistrierung ist schon abgeschlossen. Insgesamt drei Millionen Südsudanesen entscheiden über eine Abspaltung vom Sudan, Beobachter gehen von einem eindeutigen Votum für die Unabhängigkeit aus. Der Vielvölkerstaat Sudan bietet neben Südsudan weitere Konfliktfelder an, so z.B. auch im Darfur. Im Zuge des Ersten Bürgerkrieges (1955 bis 1972, ca. 700.000 Tote) und des Zweiten Bürgerkrieges (1983 bis 2005, geschätzte 1,5 Millionen Tote) konnte die Rebellenfraktion um die SPLM/A die Vorherrschaft im Süden sichern. Doch Millionen Binnenflüchtlinge verzerren zum Teil die Verteilung der einzelnen Stämme.

Auch wenn im Großen und Ganzen der Nordsudan islamisch, der Süden aber christlichgeprägt ist, der Konflikt resultiert eher aus wirtschaftlichen Gründen. Die Zentralregierung vereinahmte die Güter (Erdöl, Wasser, Weideplätze) und benachteiligte damit den Süden. Ob das Ergebnis des Referendums friedlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

2 Kommentare zu “Sudan: Volksabstimmung für die Unabhängigkeit von Südsudan im Januar 2011”

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