Wissenschaft

Neues aus Fukushima: Japanische Regierung veröffentlicht Verstrahlungsprognose

Die japanische Regierung hat eine Verstrahlungsprognose für die austretende radioaktive Strahlung aus dem havarierten AKW Fukushima Daiichi in nächster Zeit versprochen, dieser Ausblick über kommende radioaktive Verstrahlung wird durch ein Computersystem Namens SPEEDI (System for Prediction of Environment Emergency Dose Information) unter Einbeziehung von geographischen und meteorologischen Gesichtspunkten berechnet. Die Prognose wird zudem unter der Annahme erstellt, dass ein Austritt radioaktiver Partikel von einem Becquerel pro Stunde stattfindet. Bislang wurden solche Ausblicke seitens der japanischen Regierung zurückgehalten, man wollte keine Panik unter der Bevölkerung auslösen. Derweil berichtet die Japan Times, dass ein anderes Computersystem (Emergency Response Support System) während des Erdbebens ausgefallen sei, dieses System soll eigentlich Daten über Atomkraftwerke liefern, die eben in Not geraten, Rettungskräfte hätten damit einen ersten Überblick bekommen und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten können.

Das Emergency Response Support System (ERSS) sammelt Daten wie Druck und Temperatur in den Druckbehältern aller AKWs. Bei einem Unfall (oder Super-GAU) soll anhand dieses Systems festgestellt werden, wie ein Austritt von Radioaktivität sich in der Umgebung ausbreiten kann. Gleichzeitig ist dieses System mit SPEEDI verkoppelt. Nach dem unmittelbaren Zusammenbruch der Stromversorgung am AKW Fukushima fiel das ERSS aus, während deas zweite Sytem weiterhin arbeitete. Die japanische Regierung hat diese Daten an die UN weitergeleitet, aber vor der eigenen Bevölkerung zurückgehalten.

Beide Systeme haben seit 1987 rund 230 Millionen Euro verschlungen, der Ausfall des ERSS stellt die japanische Präventionspolitik nochmals in Frage. Anders als Betreiber Tepco, der die Warnungen einiger Wissenschaftler vor dem Tsunami in den Wind geschlagen hat, unterstehen die Systeme dem japanischen Wirtschaftsministerium. Noch heute ist das ERSS am AKW Fukushima außer Funktion, was wirklich in den Reaktorblöcken 1 bis 5 vor sich geht, können Experten nur unzulänglich abschätzen. Doch nun können japanische Bürger radioaktive Werte auf der Seite des japanischen Nuklearen Netzwerkes (Disaster Prevention and Nuclear Safety Network) verfolgen.

Aktuell veranlassen die Bürgermeister der entsprechenden Orte einen temporären Aufenthalt der evakuierten Bewohner innerhalb der 20 Kilometer Sperrzone. Anwohner können in Begleitung von Staatsangestellten und bekleidet in Schutzanzügen ihre Häuser kurzzeitig aufsuchen, um letzte Habseligkeiten zu suchen. Anschließend werden sie in der Stadt Okuma, am Rande der Sperrzone, auf radioaktive Kontamination überprüft.

Unterdessen scheint der chinesische Premierminister Wen Jibao auf seinem Staatsbesuch Ende Mai eine Stippvisite in die Erdbebenregion vornehmen zu wollen. Anläßlich des Besuches wird auch der Premierminister Südkoreas, Hwang-sik, an diesem Treffen teilnehmen. Das trilaterale Treffen am 21. und 22. Mai soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit der wichtigsten Industrienationen Asiens sicherstellen, gleichzeitig könnten die Spannungen zwischen China und Japan abgebaut werden. Die Spannungen fanden letztes Jahr ihren Widerhall am Konflikt um die Senkaku Insel, die von beiden Staaten für sich beansprucht werden.

 

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