Ausland, Politik

Osama Bin Laden: das gejagte Phantom- wirklich tod?

US-Präsident Barack Obama hat nun erklärt, dass Spezialkräfte der US-Streitkräfte den lang gesuchten Anführer der islamistischen Al-Kaida, Ossama Bin Laden, aufgefunden und im Gefecht getötet hätten. Demnach hielt sich Bin Laden nicht in Afghanistan oder in unzugänglichen Waziristan auf, sondern in der Stadt Abbottabad (so genannte Stadt der Schulen), 150 Kilometer nördlich von Islamabad. Obama sagte wörtlich im Fernsehen: ” Heute Nacht, kann ich den Menschen aus den USA und der ganzen Welt berichten, die USA haben eine Operation geführt, welche Osama Bin laden tötete, einen Terroristen welcher verantwortlich für den Tod von tausenden Menschen ist.” Die New York Times berichtete, dass der Leichnam Bin Ladens auf See bestattet worden sei. Mehrere hundert Menschen fanden sich spontan in Washington und am Ground Zero in New York ein und feierten die Nachricht vom Tode Bin Ladens, dieser galt als Planer und Drahtzieher für viele verheerende Anschläge, so auch für die vom 11. September 2001. Offiziell wird Bin Laden seit 1998 von den USA gesucht, zuletzt sogar als meistgesuchter Krimineller. Makabererweise wurde der erste internationale Haftbefehl über Bin Laden vom Staat Libyen anno 1998 ausgerufen. Das pakistanische Fernsehen zeigte auch unscharfe Bilder eines getöteten Bin Laden.

Obama wollte den Tod von Bin Laden nicht als Angriff auf alle Muslime verstanden wissen, vielmehr habe Bin Laden selber unzählige Muslime in den Tod geschickt. Am gestrigen Sonntag seien schließlich Kräfte der US-Navy Seals in eine schwer bewachte Villa in der Stadt Abbottabad eingedrungen. Im vierzigminütigen Feuergefecht seien neben Bin Laden auch sein Sohn, ein Kurier und eine Frau ums Leben gekommen, die US-Soldaten hätten keine Verluste erlitten, so Obama. Lediglich ein Helikopter  hätte gesprengt werden müssen. US-Geheimdienste hätten zuvor das Anwesen mit den hohen Mauern monatelang observiert, vor vier Jahren sei man auf besagten Kurier gestoßen, vor zwei Jahren habe  man dessen Operationsgebiet ausgelotet, und im vergangenen Sommer sei man auf sein Anwesen aufmerksam geworden. Andere Quellen berichten auch von einer Mitwirkung des pakistanischen Geheimdienstes SIS. Als Folge der Tötung Bin Ladens wurden alle US-Botschaften auf der Welt vor möglichen Racheakten gewarnt.

Nach Einschätzung vieler US-Militärexperten wird der Tod Bin Ladens nicht das Ende des Terrorismus von Seiten Al Kaidas bedeuten, vielmehr habe sich Bin Laden aus der operativen Leitung schon vor Monaten zurück gezogen. Insgesamt muss sich auch Pakistan die Frage gefallen lassen, wie Bin Laden jahrelang im Land sich aufhalten konnte, eine Unterstützung (oder Duldung) seitens des pakistanischen Geheimdienstes kann nicht ausgeschlossen werden. Seit Jahren wurde Bin Laden von den USA gesucht. Anfangs teilten Bin Laden und die USA gemeinsame Interessen, es ging um den Kampf gegen den Einmarsch der Sowjets ab 1979. Bin Laden stieß 1984 in Afghanistan hinzu. Nach dem Rückzug der Russen ab 1988 organisierte Bin Laden einen Teil der so genannten arabischen Afghanen in der Al Kaida. Der ehemalige Verbündete im Kampf gegen die Russen wurde nun zum neuen Hauptfeind erkoren.

Bin Laden sollte bis 1996 nicht nach Afghanistan zurückkehren. Ihm werden die Attentate in der US-Botschaft in Riad 1995, die Anschläge in Nairobi und Daressalam 1998, und schließlich der Angriff auf die Twin Towers, zur Last gelegt.

 

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